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Der erste CMOS-Prozessor – CDP1802

ich bin ja immer mal auf der Suche nach interessanten Bausteinen mit denen man dann wieder irgendwelche (Retro)Schaltungen bauen könnte. Aktuell bin ich auf einen Prozessor von RCA (Radio Corporation of America) gestoßen. Auf den RCA 1802 (oder eben CDP 1802).

Es handelt sich dabei um einen 8 Bit Prozessor mit einem 16 Bit Adressraum. Also wieder klassische 64 Kilobyte adressierbarer Speicher. 1974 erblickte dieser Prozessor das Licht der Welt. Und kann bereits erstaunliche Dinge:

  • Resistenz gegen ionisierende Strahlung
  • Resistenz gegen elektrostatische Felder
  • Sehr geringe Leckströme
  • 8 Bit Datenbus
  • 16 Bit Adressbus
  • 7 I/O-Adressen
  • Sechzehn!!! 16-Bit Register
  • Kurze Zyklen für die Befehlsbearbeitung (meistens 2, selten 3 Prozessorzyklen)
  • DMA-Fähigkeiten
  • Arbeitet mit SRAM (also statisches RAM ohne Refresh)

In der Bucht bin ich auf eine Platine mit gleich 3 Prozessoren dieser Art gestoßen und habe gleich zugeschlagen.

Ein einfacher Zähler mit dem 1802 auf einem Breadboard. Dieser Entwurf dient zum Verständnis der Adressierung . Auffallend ist, dass für den Adressbus nur 8 Leitungen exklusiv zur Verfügung stehen. Also 8 Bit der 16 Bit Adresse direkt adressiert werden. Eine 16 Bit Adresse wird somit in zwei Teilen auf den Bus gelegt. Es handelt sich um Multiplexing. Um die Adresse als Ganzes auf den Adressbus zu legen, muss der erste Teil der Adresse zunächst in ein Latch gepackt werden. Danach wird der zweite Teil der Adresse direkt auf den Adressbus gelegt. Im Bild ist das Latch rot umrandet. Es handelt sich um ein 74HCT573:

Eine Verdeutlichung dieses Aufbaus mit einem Video:

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